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Würzburg ist Kultur- und Bildungszentrum

Würzburg ist die Kultur- und Bildungsmetropole Mainfrankens. Zahlreiche Kulturschaffende, eine lebendige Erinnerungskultur und ein reger Austausch mit anderen Kulturen sind Herzstücke der Stadtgesellschaft. Würzburg lebt und pulsiert. Unsere Stadt ist Anziehungspunkt für Touristen und wissbegierige Menschen. Mit der Fachhochschule, der Universität und unseren zahlreichen Schulen sind wir das Bildungszentrum in Unterfranken. Ob Alt oder Jung, wir wollen, dass Würzburg für alle eine Bereicherung ist.

Schulen ans schnelle Netz

Das Internet ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wir müssen unsere Kinder mit den Vorteilen und auch den Risiken des Netzes vertraut machen. Deshalb ist es unumgänglich, alle Schulen mit einem schnellen Internetzugang auszustatten. Was für Unternehmen nicht denkbar ist, ist Realität an mehreren Bildungseinrichtungen in Würzburg. Teilweise sind nur 16-Mbit/s-Leitungen vorhanden. Über diese eine Leitung ist ein modernes Unterrichten mit einer pädagogischen Nutzung von Medien nur schwerlich möglich. Der Bildungsauftrag der Schulen umfasst jedoch auch die Forderung, dass Schülerinnen und Schüler ihre Mediennutzung reflektieren und einen altersgerechten Umgang mit dem Internet erlernen können. Als Sachaufwandsträger für unsere Schulen ist es die Pflicht der Stadt, dies zu gewährleisten.

Digitalisierung der Schulen

Abseits des Netzausbaus müssen unsere Schulen mit modernen Projektionsgeräten und Computern ausgestattet werden. Hier müssen wir auch im Hinblick auf unseren Haushalt schnell agieren, denn aktuell kann noch die Förderung der Bildungsoffensive der Bundesregierung abgerufen werden. Die Schulen haben im letzten Jahr Medienkonzepte entwickelt und es gilt sie jetzt mit den notwendigen Geräten auszustatten. Ein Verschleppen schadet der Stadt Würzburg als Bildungsstandort und nicht zuletzt den Schülern selbst.

Schulsozialarbeit für alle Schularten

Nicht alle Schulen im Stadtgebiet sind mit Schulsozialarbeitern ausgestattet. Im Allgemeinen haben die Schulen zu wenig Personal. Lehrer haben oft eine zu hohe Gesamtstundenzahl, Sozialarbeiter und Psychologen aber werden zu selten eingesetzt. Der Bedarf nach mobilem sozialem Dienst ist auch nicht ausreichend abgedeckt. Hier müssen wir schnell nachsteuern.

Nein zur Bundeswehr an unseren Schulen!

Wir sind entschieden gegen Werbung der Bundeswehr an unseren Schulen und auf Berufsmessen im Stadtgebiet, die gezielt für Schülerinnen und Schüler angeboten werden. Mit modernster Ausstattung und psychologischer Schulung wird versucht, den Jugendlichen ein Bild eines „Abenteuerberufs“ darzustellen und den militärischen Aspekt nahezu auszublenden. Junge Menschen sollen nicht für eine militärische Kampfausbildung angeworben werden, erst recht keine Minderjährige.

Bildungsangebote für Bürgerinnen und Bürger

Verschiedene Bildungsträger bieten auch Erwachsenen Weiterbildungsmöglichkeiten an. Eine gezielte Koordination der Angebote ist ein Service für alle und der Bildungsgrad der Stadtbevölkerung wird damit erhöht. Hier kann das Schulreferat als Knotenstelle genutzt werden. Ebenso sollte die Stadt Angebote in politischer Bildung schaffen und aktiv bewerben.

Schulinvestitionsprogramm

Mit großer Mehrheit wurde im Februar 2017 das Schulinvestitionsprogramm im Stadtrat verabschiedet. Das Programm sieht vor, in den nächsten 15 Jahren insgesamt 300 Mio. Euro für die Sanierung der Schulen in Würzburg bereitzustellen. Jedoch wurden in den Jahren 2017, 2018 und 2019 zu wenig Mittel bereitgestellt. Hier muss nachgesteuert werden, damit der Vorsatz eingehalten wird und die Schulen wieder in einen ordentlichen Zustand gebracht werden.

Kulturelle Vielfalt fördern

Würzburg ist die Kulturmetropole Mainfrankens. Um diese Auszeichung mit Stolz weiter tragen zu können, muss die Stadt auf den dynamischen Wandel der Kulturszene schnell und flexibel reagieren. Hierfür muss nicht nur ausreichend Personal zur Begleitung der Kulturschaffenden vorgehalten werden, sondern Kultur braucht auch Platz zur Entfaltung.

Freie Open-Air-Bühnen im Ringpark

Seit 2015 steigt die Zahl der Sonnenstunden in Würzburg um 100 Stunden jährlich. Diese Entwicklung wird sich nach Prognosen weiter fortsetzen. Deshalb sollten wir auch im kulturellen Bereich darauf reagieren und mehr Kulturräume im Freien bereitstellen. Deshalb fordern wir freie Open-Air-Bühnen im Ringpark, die terrassiert und natürlich gehalten gut ins Umfeld eingepasst sind. Hier können Künstler unverstärkt ihre Vorführungen machen. Live-Painting oder spontane Jam-Session, Improtheater oder Poetry-Slam – alles ist erlaubt.

Straßenkunst

Durch Musikerinnen und Musiker sowie Artisten und Artistinnen, die ihre Kunstform auf der Straße präsentieren, wird die Innenstadt positiv belebt. Statt durch weitere Regulierungen die Ausübung einzuschränken und Kleinkünstler aus der Stadt auszuschließen, sollte der Innenstadtbereich als freie Plattform zur Ausübung von Kunst und Kultur geöffnet werden. Dazu gehören der Abbau von bürokratischen Hürden und die Möglichkeit zur kostenlosen Nutzung des öffentlichen Raumes. Schon lange hat sich Streetart als Bereicherung für viele Städte etabliert und prägt das Erscheinungsbild von zahlreichen Metropolen. Statt das Erstellen von Graffiti zu kriminalisieren, braucht es öffentliche Nutzungsflächen für Streetart. Um möglichen Konflikten vorzubeugen soll ein offenes Gremium, das neben Mandatsträgern auch aus Kunstschaffenden und zivilgesellschaftlich Engagierten besteht, über die Straßenkunst in Würzburg beraten.

Angebotsräume für Initiativen

Nicht alle kulturellen Initiativen können ohne feste Räumlichkeiten auskommen. Hier ist die Stadt in die Pflicht zu nehmen, hier muss die Verwaltung Angebotsräume schaffen und Kunst- und Kulturschaffenden Raum geben, im übertragenen und auch im wortwörtlichen Sinn. Dies sollte auch in den Stadtteilen, in denen die Initiativen ihren „Sitz“ haben, möglich sein. Gerade der neue Stadtteil Hubland kann hier noch Potenzial bieten.

Kultur- und Begegnungsflächen

Kulturteilhabe darf keine Frage des Geldbeutels sein. Daher muss es Aufgabe der Stadt sein, kostenfreie Begegnungsräume und -flächen zu schaffen. In Würzburg existieren bereits zahlreiche Räume und Flächen für Bildung, Kultur und Sport. Doch nur ein geringer Teil ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Bau und Errichtung von öffentlichen Plätzen durch die Stadt sind langwierig, komplex und meist mit sehr hohen Kosten verbunden. Unser Anliegen ist es, die bereits bestehende öffentliche Infrastruktur, wie z.B. Sportplätze, Schwimmbäder und Bühnen, der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Als Anreiz zur Öffnung von Einrichtungen privater Träger sollen entsprechende Zuwendungen bereitgestellt werden.

Aufbau eines soziokulturellen Zentrums

Ein besonderes Augenmerk muss auf die Schaffung eines soziokulturellen Zentrums gerichtet sein, denn nicht nur die etablierte Kulturszene verdient gerechtfertigte Aufmerksamkeit. Ein solcher Ort – wie früher einmal das AKW in der Zellerau – fehlt in Würzburg vollkommen. Für die Suche nach einem geeigneten Standort eines soziokulturellen Zentrums soll das Kulturreferat unterstützend mit eingebunden werden, die Entwicklung des Projektes soll aber auf Seite der Initiativen liegen.

Erhalt der Posthalle

Wie kaum eine andere Location ist gerade die Posthalle ein Magnet für die junge Generation. Durch das vielfältige Angebot auf dem Areal fühlen sich aber auch viele ältere Menschen angesprochen. Dieser Mix trägt in hohem Maße zur kulturellen Vielfalt der Stadt bei. Deshalb soll die Stadt Würzburg mit dem Eigentümer ins Gespräch kommen um über einen Rückkauf des Areals zu verhandeln, denn ohne eine Posthalle und ohne einen geeigneten Ersatzstandort verliert Würzburg als Kultur- und Szenestadt viel.

Mainfranken-Theater und andere Theater

Das Mainfranken-Theater befindet sich aktuell in einem großangelegten Umbau. Dies wird von uns wohlwollend begleitet. Besonders freuen wir uns, dass sich der Freistaat Bayern an den Kosten beteiligt, da das Theater bei Wiedereröffnung ein Staatstheater wird. Neben diesem Prestigeprojekt dürfen natürlich die anderen Bühnen in Würzburg nicht vernachlässigt werden. Die Unterstützung dieser Kulturstätten muss weiterhin Aufgabe der Stadt sein. Hierbei fordern wir eine der Inflation angepasste Erhöhung der Fördergelder.

Festivals mit Augenmaß weiter fördern

Gerade im Sommer gibt es in Würzburg zahlreiche auch überregional bedeutsame Festivals und Konzertreihen wie z.B. das Africa-Festival, das Stramu und das Mozartfest. Aber auch kleinere Events bereichern den Kulturkalender der Stadt. Das personelle und finanzielle Engagement der Stadt soll weiter bestehen bleiben, aber es muss auch überprüft werden, inwieweit die einzelnen Veranstaltungen selbstständig dazu in der Lage sind, sich zu finanzieren.